Wochen Internet

20. Juni 2008

Re: Der Kühlschrank und das Internet - Internet-Branche bastelt an tragfähigen …

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 05:02

internet Menschen gerne einkaufen gehen, und in unserer Ge-
> >sellschaft gehen die Menschen definitiv gerne einkaufen,
> >dann ist es praktisch nutzlos, dass der Kühlschrank den
> >Einkaufsprozess vorwegnimmt.
>
> Das trifft meiner Erfahrung nach nur auf Frauen zu, für Männer ist
> das meist nur lästig. Es sei denn es handelt sich um technische
> Spielereien, dafür können sich Männer begeistern. Frauen gehen zwar
> gerne shoppen - Lebensmittel gehören allerdings nicht dazu - Frauen
> schleppen halt nicht gerne Kartons ins Haus.
Das Problem bei diesem ganzen Konzept ist doch eigentlich, dass es
viel zu unflexibel und aufwendig ist.
1. Wer hat den immer genau das gleiche Sortiment im Kühlschrank? Als
ich (wir) nicht. Je nach Lust und Laune sieht es in der Kühlbox jede
Woche merkbar anders aus. Oft werden Sachen gekauft, weil sie gerade
im Angebot sind oder weil man sie zufällig gesehen hat und mal wieder
Appetit darauf bekommen hat. Heisst das, dass man ständig den
Einkaufszettel des Kühlschrankes ändern müsste? Das dauert ja länger
als selber Einkaufen gehen.
2. Ich bezahle mehr für die Lieferung, als wenn ich beim
Billig-Supermarkt um die Ecke kaufe, weil mir ja irgendjemand meine 5
Liter Milch vorbeibringen muss. Wenn ich einen Mindestbestellwert
habe, dann wird das ganze System ad absurdum geführt, denn der Sinn
ist ja gerade, dass ich immer frische Milch habe. Wenn der
Kühlschrank aber jedesmal warten muss bis die 25,- Euro
Mindestbestellwert erreicht sind, dann würde ich wahrscheinlich
rapide abnehmen.
3. Wann werden die Lieferungen ausgeführt? Zu einer festen Zeit? Dann
schreibt mir mein Kühlsxchrank vor, wann ich zu Hause sein muss und
ich verliere jede Kontrolle über meine Zeitplanung! “Kommste noch mit
auf’n Bier?” “Nee, sorry! Mein Kühlschrank hat Katzenfutter bestellt
und da muss ich zu Hause sein!”
4. Was ist mit den zusätzlichen Mehrkosten? Für so einen Kühlschrank
müsste der Netzzugang umsonst sein. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass Leute bereit wären sich einen Internet-Anschluss zuzulegen und
monatlich bezahlen zu müssen, nur damit der Kühlschrank ans Netz
kann. Abgesehen davon kostet die ganze Logik des Systems auch noch
einmal eine Stange Geld. Wir reden hier über einen Computer mit
ausreichend großem LCD-Display. Der Kühlschrank kostet dadurch
bestimmt 500,- Euro mehr. Ein K.O.-Kriterium für die meisten, die
“normal” verdienen.
5. Was ist mit der Logistik? Wenn auch nur 25% der Bevölkerung alle
Lebensmittel liefern lassen, würden wir im Lieferverkehr ersticken,
abgesehen von der Umweltbelastung! Dazu eine kleine Rechnung. Nehmen
wir an eine Stadt wie Berlin, mit 1 Million Haushalten. Davon 25%
sind 250.000. 2x die Woche würde bestellt werden, macht 500.000
Bestellungen pro Woche. Da die meisten Leute Lieferungen nur am Abend
entgegen nehmen können, werden die meisten Lieferungen (sagen wir mal
2/3) am Abend zwischen 18 und 20 Uhr durchgeführt. Das macht grob
gerechnet in dieser Zeit 12.000 Lieferungen pro Stunde. Das setzt
aber den Idealfall voraus, dass sich die Bestellungen gleichmäßig
über die 7 Tage der Woche verteilen. Ein Fahrer schafft sagen wir mal
4 Lieferungen pro Stunde. Somit würde man einen Fahrzeugpark von
mindestens 3.000 Fahrzeugen auf den Straßen haben. Da aber nicht alle
beim gleichen Anbieter kaufen und somit die Effizienz sinkt, können
wir die Zahl ruhig verdoppeln… 6.000! 6.000 Lieferwagen mehr auf
den Straßen einer Großstadt im Berufsverkehr, die dann an den
unmöglichsten Stellen anhalten um ihre Lieferung zu machen? Na
schönen Dank auch…
Manchmal frage ich mich, was all diese “Visionäre” morgens so
rauchen? Sie sollten es jedenfalls mal ab und zu bleiben lassen, dann
klappt’sd auch wieder mit der Realität.
Und ein Kühlschrank ist kein Replikator aus StarTrek… aber
vielleicht hat ihnen das noch keiner gesagt?
groovebuster

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