Re: Internet-Seelsorge von morgen - Soziologe: Kirche im Internet wirkt läch…
internetdenke, eine Seelsorge über Internet hat was von einem Fass ohne
> Boden. Nicht nur, das die wenigen Mitarbeiter, die sich damit
> befassen
> würden, hoffnungslos überlastet wären (denn ich bin sicher, dass
> viele
> dieses Angebot nutzen würden). Es würden zum gleichen Thema
> wahrscheinlich gleich mehrere Berater angefragt werden. Na und dann
> suche ich mir die Antwort raus, die mir am besten gefällt. Fast wie
> im
> Fernsehen zappen.
> Aber was tun… Der Bedarf ist wohl schon da, aber es kann wohl
> nicht
> allen geholfen werden, die Hilfe suchen…
>
> Wie wär’s mit ‘nem Cyber-Seelsorger - voll automatisch und
> interaktiv
> gesteuert. Wenn’s nur um ein paar nette Ideen und Vorschläge geht,
> könnte der doch weiterhelfen… Und der wird so schnell nicht müde!
>
Ich gebe Dir Recht. Ich selbst, wenn ich das überhaupt Seelsorge nennen
darf, kenne eigentlich nur Christen, zumeist auch nur aus der eigenen
Gemeinde, Die sich mir mit einem bestimmten Problem anvertrauen. Diese
Menschen kennen mich und sicher auch oft meine Sichtweise der Dinge.
Dies kann das Internet nicht bieten, so lange der größte Teil des
Lebens außerhalb des Internet abläuft (hoffentlich bleibt das
so!).Insofern frage ich mich, wer sich einer völlig anonymen Hilfe,
deren Kompetenz er/sie nicht im geringsten Einschätzen kann,
anvertraut. Ich persönlich habe volles, wie ich andernorts beschrieben
habe fast blindes Vertrauen, in viele Gemeindemitglieder und weiß meine
abartigsten Probleme ggf. bei ihnen in guten Händen. Aber wer sagt mir,
das der Link www.hierwerdensiegeholfen.de nicht direkt in die Redaktion
von “Veronas Welt” führt? Ich finde Internetseelsorge nicht lächerlich
und auch die Kirche dort nicht, aber die Unpersönlichkeit dort weckt
nicht gerade Vertrauen. Warum nicht einfach für Leute, die keiner
Gemeinde angehören, einen Seelsorgevertreter einsetzten, der nach Abruf
(gern auch via Internet) bei mir an der Haustüre klingelt oder eine
Beratungsstelle nennt. Ich unterstelle mal, daß es bei
aussergemeindlichen Seelsorgeansprüchen erheblich stärker auch “nur” um
dir persönliche Anteilnahme, Ratgabe oder Hilfeleistung (in welcher
Form auch immer) geht und nicht so sehr, wie in Gemeinden üblich um das
Fürbittegebet, die Sündenvergebung oder wie auch immer.
muß jetzt weiterarbeiten.
Ich hoffe, bis heute Abend ist hier wieder eine schöne Diskussion am
laufen.
Boris